THERAPIESCHWERPUNKTE

Wir therapieren folgende Störungsbilder  (Bitte auf die einzelnen Begriffe klicken)

 

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Sprachentwicklungsstörungen und-verzögerungen

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Mutismus

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Artikulationsstörungen

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Verbale Entwicklungsdyspraxie

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Auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen

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Teilleistungsstörungen

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Lese-Rechtschreibschwäche (LRS)

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Rechenschwäche (Dyskalkulie)

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Stottern/Poltern (Redeflusstörungen)

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Myofunktionelle Störungen

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Aphasie

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Dysarthrie

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Schluckstörungen

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Stimmstörungen

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ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom) mit oder ohne Hyperaktivität

 

Detailbeschreibungen:
 

Sprachentwicklungsstörungen (SES, SSES)

Man unterscheidet zwei Formen von Sprachentwicklungsstörungen: Sprachentwicklungsstörung (SES) und Spezifische Sprachentwicklungsstörung (SSES). Das Kind ist bei der SSES organisch, mental und emotional normal entwickelt!

Allgemeine Sprachentwicklungsstörungen (SES)

Das Kind hat dabei organische mentale oder emotionale Schädigungen!

Die Symptomatik kann bei beiden Formen gleich sein und sich durch Folgendes auszeichnen (es müssen nicht alle 4 Bereiche betroffen sein):

Eingeschränktes Sprachverständnis: Das Kind versteht Anweisungen nicht und kann sie nicht ausführen. Dies fällt im Alltag häufig gar nicht auf, da das Kind Anweisungen aufgrund des Kontextes verstehen kann.

Fehlerhafte Aussprache: Das Kind kann bestimmte Laute nicht bilden oder anwenden.

Eingeschränkter Wortschatz: Das Kind hat einen dem Alter entsprechend zu geringen Wortschatz und benutzt häufig die gleichen Wörter oder Umschreibungen (Bsp.: „das Dings“, „Das, was in der Küche steht“ für Kühlschrank)

Dysgrammatismus: Das Kind spricht grammatisch nicht korrekt, es kann z.B. keine Pluralform bilden, fügt Wörter falsch zu Sätzen zusammen, benutzt die falschen Artikel, etc.

Zu den Ursachen der Spezifischen Sprachentwicklungsstörung (SSES) gehören:

Defizite in der Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung: D.h., Informationen werden zu langsam verarbeitet zu geringe Speicherkapazität. Um Informationen zu verarbeiten, müssen diese gespeichert werden. Bei einer zu geringen Speicherkapazität kann es zu Verarbeitungsproblemen kommen, weil wichtige Informationen nicht abgespeichert wurden.

Defizite des phonologischen Arbeitsgedächtnisses: Um Sprache zu erwerben, müssen gehörte „Lautketten“ kognitiv verarbeitet werden. Das Arbeitsgedächtnis ist der Speicher für sprachliche Lautketten. Die Äußerungen werden gespeichert, Klang und Beschaffenheit des Lautstroms wird für kurze Zeit festgehalten. So lernt das Kind Zusammenhänge zwischen einzelnen Wörtern, Lauten und Wörtern. Es sucht nach Regeln, die der Sprache zugrunde liegen. Ist das phonolog. Arbeitsgedächtnis beeinträchtigt, so hat das Kind Schwierigkeiten sprachl. Regeln zu erkennen.

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Mutismus ? Beratungshotline Mittwochs 14.30-15.15 Uhr unter 06441 - 210 45 89

 

Mutismus

Wenn Kinder in bestimmten Situationen, in denen Sprechen von ihnen erwartet wird, schweigen, obwohl sie reden können, und es in anderen Situationen auch tun, spricht man von Mutismus.

Mutismus ist eine Kommunikationsstörung bei vorhandener Hör- und Sprechfähigkeit. Das Kind verweigert das Sprechen, meist aufgrund einer Angststörung. Dies geschieht jedoch nicht aus Trotz. Das Schweigen unterliegt (zumindest anfangs) nicht dem freien Willen.

Es gibt zwei Arten von Mutismus: totaler oder selektiver (best. Personen/best. Situationen) Mutismus

Mutismus wird meist beim Eintritt in den Kiga offensichtlich. Das Nicht-Sprechen muss jedoch länger als einen Monat andauern und über die Eingewöhnungsphase im Kiga hinaus gehen. Die Situationen, in denen (nicht) gesprochen wird, sind meist vorhersagbar.

Ursachen: komplex!

Es gibt nicht die eine Ursache!

- genetische Faktoren (Familiäre Disposition)
- Somatische Faktoren, z.B. frühkindliche Hirnschädigungen
- Psychologische Faktoren (Neurotisierende Traumata, Persönlichkeitsmerkmale)
- Familiär-soziokulturelle Faktoren (z.B. Überbehütung)
etc.

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Artikulationsstörungen
 

Kinder erwerben die einzelnen Laute ihrer Muttersprache eigentlich in einer hierarchischen, chronologischen Abfolge. Wenn Kinder monolingual (einsprachig) deutsch aufwachsen, so werden die Laute in der Regel folgendermaßen erworben:

Alter in Jahren u. Monaten

1;6 – 2;5: m, n, b, p, d

2;6 – 2;11: w, f, l, t, ng, ch (ach),h, k, (s)

3;0 – 3;5: j, r, g, pf

3;6 – 3;11: z, ch (ich)

4;0 – 4;5: sch, s

Bevor die bestimmten Laute und Lautgruppen erworben werden, kommt es zu regelhaften Ersetzungen oder Auslassungen. Dies ist ganz normal und wird als physiologische phonologische Prozesse bezeichnet. Kommt es jedoch über die Zeit hinaus noch zu solchen Ersetzungen und Auslassungen oder aber zu ungewöhnlichen Ersetzungen, so handelt es sich um eine phonologische Verzögerung oder Störung.

Eine Artikulationsstörung kann isoliert oder aber in Kombination mit anderen Sprachproblemen auftreten.

Man unterscheidet folgende Artikulationsstörungen:

Artikulations-/Phonetische Störung

Hier ist der gebildete Ziellaut erkennbar, wird jedoch in veränderter Form gebildet. Die vom Kind gebildete Form ist immer gleich, z.B. Kind lispelt (Sigmatismus): die Zunge schaut bei der Bildung des S-Lautes zwischen den Zähnen hindurch. Eine Therapie sollte frühestens ab dem 5. Lebensjahr beginnen.

Die korrekte Lautanbahnung bildet in Verbindung mit Hörübungen und Mundmotorik den Therapieschwerpunkt.

Phonologische Verzögerung

Die oben beschriebene Lautentwicklung findet zeitlich verzögert statt. Das Kind lässt Laute aus oder ersetzt sie in der Form wie es die Kinder normalerweise zu einem früheren Zeitpunkt tun. Bsp.: „Is dehe in den Tinderdarten.“ (Ich gehe in den Kindergarten). Eine Therapie sollte 6-9 Monate nach der eigentlichen Überwindung des Prozesses stattfinden.

Es wird eine phonologische Behandlung durchgeführt (Lautunterscheidung, korrekte Lautbildung)

Konsequente phonologische Störung

Der Lauterwerb ist untypisch, d.h. es treten Ersetzungen und Auslassungen auf, die normalerweise im Lauterwerb nicht vorkommen. Z.B. „Da is einge Komake“ oder „Ha is eine Homahe" (Da ist eine Tomate). Eine Therapie sollte ab 3;6 Jahre beginnen.

Es wird eine phonologische Behandlung durchgeführt (Lautunterscheidung, korrekte Lautbildung)

Inkonsequente phonologische Störung

Das gleiche Wort wird auf unterschiedliche Weise ausgesprochen. Es findet sich keine Regelmäßigkeit bei Aussprachefehlern. Z.B. fis,sisch, tis, schif für Fisch. Eine Therapie sollte so früh wie möglich beginnen (ab Ende des 2. Lebensjahres).

Die inkonsequente Lautbildung wird in der Therapie abgebaut und die richtige Lautverwendung wird aufgebaut.

Ursache:

Meist findet man keine eindeutige Ursache für Aussprachestörungen. Es gibt jedoch gewisse Risikofaktoren:

- Chronische Mittelohrentzündungen, Paukenerguss
- Genetische Veranlagung
- Ungünstiges Saug- und Schluckverhalten
- Schwangerschafts-/Geburtskomplikationen
- Manchmal findet man jedoch organische Ursachen: Angeborene Hörstörung, Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte, Geistige Behinderung, Neurologische Ursachen

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Verbale Entwicklungsdyspraxie
 

Bei der verbalen Entwicklungsdyspraxie ist die Planung der Sprechmotorik betroffen. Die Organe des Sprechaktes dagegen sind in Ordnung. Die Störung ist zentralen Ursprungs. Die Kinder haben Auffälligkeiten in der Lautbildung, sie zeigen Suchbewegungen und eine deutliche Sprechanstrengung. Je mehr sich die Kinder auf die Bildung eines Lautes/Wortes konzentrieren, umso schwerer fällt ihnen die korrekte Bildung. Unbewusste, unwillkürliche Bewegungsmuster können dagegen problemloser ausgeführt werden.

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Auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen
 

Auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen gehören zu den zentralen Wahrnehmungsstörungen. Das heißt das Gehör ist in Ordnung, jedoch finden sich Störungen in der Weiterleitung und Interpretation der aufgenommen auditiven Sinnesreize. Ein normaler Hörtest kann keine Auskunft über eine Auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung geben. Es ist eine spezielle Untersuchung bei einem Pädaudiologen notwendig.

Verdacht, wenn:

SprachentwicklungsauffälligkeitenGeräuschempfindlichkeit

Hohe Bereitschaft zur Ablenkung

Schwierigkeiten im Verstehen komplexer Anweisungen

Häufiges Nachfragen

Das Gehörte kann nur schwer behalten werden

Das Kind kann schlecht orten, wo Geräusche herkommen

Das Kind verwechselt ähnlich klingende Wörter

Es vertauscht ähnlich klingende Laute

Diagnostik von Pädaudiologen!

Auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsfähigkeit besteht aus zahlreichen Fähigkeiten, u.a. aus folgenden:

Lokalisation: Z.B. das Erkennen aus welcher Richtung und aus welcher Entfernung ein Schallereignis kommt.

Auditive Aufmerksamkeit: Damit ist die bewusste Zuwendung zu auditiven Reizen und die Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum gemeint. Dies ist die Basis für alle weiteren Leistungen des Hörens. Dazu gehört auch, Wesentliches erfassen zu können, z.B. das zielgerichtete Hören mit einer Geräuschkulisse: Man unterhält sich auf Partys trotz intensiver Geräuschkulisse mit jemandem und kann dem Inhalt folgen.

Auditives Gedächtnis: Das ist die Fähigkeit Gehörtes lange genug im Gedächtnis zu behalten, um es verarbeiten zu können, zu analysieren, zu verstehen und ggf. wiedergeben zu können (Hörgedächtnisspanne). Kinder mit eingeschränkter Hörmerkspanne können sich schlecht Liedtexte, Verse oder lange Wörter behalten.

Auditive Differenzierung: Dies ist die Fähigkeit Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen auditiven Reizen zu erkennen; die komplexeste Aufgabe ist dabei die Unterscheidung von ähnlich klingenden Lauten und Minimalpaaren (Wortpaare, die sich in nur einem Laut unterscheiden: Tanne-Kanne). Diese Kinder haben in der Regel Aussprachestörungen.

Auditive Ergänzung: Fähigkeit ein Wort, das nur unvollständig wahrgenommen wurde, trotzdem zu einer sinnvollen Information zu vervollständigen.

Phonologische Bewusstheit: Die höchste Anforderung an die auditive Wahrnehmung stellt die phonologische Bewusstheit dar. Die phonologische Bewusstheit ist die Einsicht in die Lautstruktur einer Sprache und die Fähigkeit sprachliche Einheiten (Wörter, Silben, Laute) zu erkennen und mit ihnen gezielt umzugehen. Es bedeutet die Brücke zwischen der Laut- und der Schriftsprache.

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Teilleistungsstörungen
 

Teilleistungsstörungen (Lese-Rechtschreibschwäche – LRS, Rechenschwäche - Dyskalkulie)

Unter Teilleistungsstörung versteht man die Leistungsminderung nur eines oder einzelner Teilfunktionssysteme des zentralen Nervensystems im Vergleich zu anderen sowie zu dessen gesamter Leistungsfähigkeit.

Als Ursachen kommen eine genetische Disposition, Störungen der Hirnfunktion, familiäre und Umgebungseinflüsse, gestörtes Zusammenwirken der beiden Hirnhälften in Frage.

Teilleistungsstörungen können schwerwiegende Folgen nach sich ziehen: Neurotische Fehlentwicklungen (Depressionen, Angstsyndrome, Kontaktstörungen).

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Lese-Rechtschreibschwäche (LRS)
 

Die Lese-Rechtschreibschwäche gehört zu den Teilleistungsstörungen. Dabei gibt es eine bedeutende Diskrepanz (zwischen Teilleistung und Intelligenzleistung liegen mehr als 2 Standardabweichungen) zwischen dem allgemeinen Leistungsniveau und dem Lesen und/oder Schreiben bzw. der spezifischen Teilleistung. Aufgrund der Intelligenz wären im Lesen und Schreiben bessere Ergebnisse als die tatsächlichen zu erwarten.

Eine LRS äußert sich durch:

- evtl. verzögerte sprachl. Entwicklung im Vorschulalter

- Psychosomatische Beschwerden und Schulunlust im Laufe der ersten beiden Grundschuljahre; deutliche Besserung von Motivation, Konzentration, emotionalener Befindlichkeit in den Ferien

- synthetische Störung: Schwierigkeiten im Zusammenlesen der Buchstaben zum Wort

- Analytische Störung: Schwierigkeiten in der Zerlegung des gehörten Wortklangbildes in die einzelnen Laute und in die richtige Reihenfolge

- Unfähigkeit aus bekannten Buchstaben zusammengesetzte Wörter zu lesen

- Störung der Assoziation (Verbindung) zwischen Buchstabenbild und Lautklang

- Störung der räumlichen Orientierung führt zu: Reversionen: Verwechslung von sich spiegelbildlich unterscheidenden Buchstaben (q-p, b-d, n-u)

- Umstellungen und Vertauschungen beim Lesen und Schreiben

- verschmiertes Schriftbild

- Lautdifferenzierungsschwäche (Buchstabenauslassungen und Ersetzungen)

- Speicherschwäche (Schwierigkeiten des Behaltens von Wortbildern)

Die Diagnostik einer LRS sollte folgende Tests und Untersuchungen enthalten:

- Hörprüfung, sowohl des Gehörs (HNO-Arzt) als auch der zentralen auditiven Wahrnehmung (Pädaudiologe)

- Sehprüfung (Überprüfung von Visus und Winkelfehlsichtigkeit)

- Sprachprüfung (Prüfung der Lautbildung, der Lautdiskrimination und der Lautidentifikation, des Lautverbindens, der Grammatik, des Satzbaues und des Wortschatzes)

- Lesetest

- Rechtschreibtest

- Intelligenztest

Es ist wichtig zu unterscheiden zwischen:

- einer umschriebenen Lese-Rechtschreib-Schwäche

- einer LRS aufgrund einer Minderbegabung

- einer LRS aufgrund einer Schwerhörigkeit

- einer LRS aufgrund einer Sehbehinderung

- einer LRS aufgrund einer neurologischen Erkrankung

- einer LRS aufgrund einer psychiatrischen Erkrankung

- einer LRS aufgrund einer Deprivation (z.B. mangelnde Beschulung)

Eine LRS ist keine Krankheit im Sinne der RVO und es besteht demzufolge auch keine Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen. Hat ein Kind jedoch eine auditive Wahrnehmungsstörung, so wird diese Therapie von der Krankenkasse bezahlt. Dies kann sich positiv auch die Lese-Rechtschreibleistungen auswirken.

In unserer Praxis bieten wir unabhängig von den Krankenkassen auch LRS-Förderstunden an. Wir arbeiten auch mit Musiktherapie, bzw. AUDIVA!

 

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Rechenschwäche (Dyskalkulie)
 

Die Rechenschwäche gehört zu den Teilleistungsstörungen. Dabei gibt es eine bedeutende Diskrepanz (zwischen Teilleistung und Intelligenzleistung liegen mehr als 2 Standardabweichungen) zwischen dem allgemeinen Leistungsniveau und den Leistungen im Rechnen bzw. der spezifischen Teilleistung. Aufgrund der Intelligenz wären im mathematischen Bereich bessere Ergebnisse als die tatsächlichen zu erwarten. Die angeborene Rechenstörung nennt man Dyskalkulie und beruht auf einer Hirnfunktionsstörung.

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Redeflusstörungen - Stottern
 

Beim Stottern tritt einer Primär- und häufig auch eine Sekundärsymptomatik auf. Die Primärsymptome sind die Kernsymptome des Stotterns, nämlich das unfreiwillige Wiederholen von Lauten und Silben, Dehnungen und Blockaden. Der Sprechablauf ist durch diese Erscheinungen gestört, obwohl die Menschen genau wissen, was sie sagen möchten. Sie können das Wort nicht herausbringen. Aufgrund dessen entwicklen sie Strategien, diese Blockaden, Dehnungen und Wiederholungen zu vermeiden. Diese Strategien sind jedoch nicht wirklich hilfreich und das Stottern verstärkt sich dadurch nur, indem sich eine Sekundärsymtomatik bildet. Die Sekundärsymptomatik, d.h. die zusätzlich zum eigentlichen Stottern hinzukommenden Symptome sind:

Vermeiden von Blickkontakt, sozialer Rückzug, Umschreiben von Wörtern oder Gebrauch anderer Wörter, verstärkte Lautstärke, Veränderung der Atmung, körperliche Mitbewegungen, Vermeiden bestimmter Sprechsituationen und Wörter.

Dies alles kann zu psychischen Reaktionen wie Sprechangst, Wut, Selbstabwertung, geringes Selbtbewusstsein, Hilflosogkeit, Scham, Einsamkeit, etc. führen und für den Betroffenen sehr belastend sein.

Man unterscheidet 3 Arten von Stottern:

Chronisches Stottern mit oder ohne Sekundärsymptomatik
Sich entwickelndes Stottern
Physiologisches Stottern

Das physiologische Stottern findet man bei Kindern zwischen 3 und 6 Lebensjahren, deren Gedanken schneller sind als die Sprache. Es kommt zu lockeren Satz- oder Wortwiederholungen ohne irgendeine Form von Anspannung. Das physiologische Stottern sollte spätestens nach 6 Monaten vorüber sein.

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Redeflusstörungen - Poltern
 

Poltern zeichnet sich durch eine überhastete Sprechweise mit überhöhter Sprechgeschwindigkeit, Auslassungen und Verschmelzungen von Lauten, Silben und Wörtern, Satzabbrüchen, Umformulierungen, Floskeln und teilweise stotterähnlichen Redeunflüssigkeiten aus. Die Verständlichkeit des Gesprochenen ist dadurch eingeschränkt und der Zuhörer muss häufig nachfragen und kann dem polternden Sprecher schlecht folgen.

Sprechen diese Menschen bewusst langsam, so verbessert sich die Symptomatik (ganz im Gegensatz zum stotternden Menschen). Häufig haben polternde Menschen auch andere Sprachstörungen wie Wortfindungsstörungen, eingeschränkter Wortschatz und Störungen der Grammatik.

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Myofunktionelle Störungen
 

Erscheinungsform:

Bei einer myofunktionellen Störung ist das gesamte Muskelgleichgewicht im Mund- und Gesichtsbereich gestört. Die Gesichtsmuskeln und Lippen sind schlaff. Die Lippen sind meist nicht geschlossen, die Atmung findet durch den Mund statt. Die Unterlippe ist im Gegensatz zur Oberlippe dick gerötet, es kommt zu vermehrtem Speichelfluss aus dem Mund. Die Zunge hat nicht die korrekte Zungenruhelage, sondern liegt zwischen den Zähnen. Ebenso beim Schlucken drückt sich die Zunge zwischen oder gegen die Zähne.

Eine Therapie oder Beratung ist notwendig bei

Säuglingen mit Saug-, Trink- und Schluckschwierigkeiten

verkürzter Stillzeit (unter 6 Monaten)

genetischen Defekten, wie z.B. Morbus Down

offener Mundhaltung und Sabbern

Mundatmung

Lispeln

Zu langer Flaschenernährung

Trinken aus Schnabeltassen/-flaschen

Zu weichem Nahrungsangebot

Offenem Biss

Zu langen und intensiven Lutschgewohnheiten (Daumen oder Schnuller)

Offener Mundhaltung aufgrund von behinderter Nasenatmung

fehlendem/falschen Naseschneuzen

Überforderung des Kindes/Reizüberflutung

Zahn-/Kieferfehlstellungen: Progenie oder andere Anomalien

Falschem Schluckmuster (viscerales Schlucken, nach vorn gerichtetes Schlucken)

Einigen Zahn-/Kieferfehlstellungen als Begleittherapie einer Kieferorthopädischen Behandlung (denn wenn die Zahn-/Kieferfehlstellung behoben ist, das falsche Schluckmuster aber weiterhin besteht, so wird sich die Zahn-/Kieferfehlstellung aufgrund des Drucks durch die Zunge wieder entwickeln).

Eine myofunktionelle Therapie ist nicht auf eine gewisse Altersgruppe beschränkt, sondern kann in jedem Lebensalter notwendig sein.

Folgen:

Die Auswirkungen einer myofunktionellen Störung können sich auf den gesamten Körper ausdehnen. Dazu gehören: schlaffe Körperhaltung, Zahn- und Kieferfehlstellungen, Artikulationsstörungen (Lispeln), häufige Infekte.

Die Ursachen sind komplex:

Schwangerschafts-/Geburtskomplikationen, ungünstige Säuglingsernährung (vergrößertes Saugloch, Flaschensauger mit zu kleinem Durchmesser der Lippenauflage), ständige Infekte.

Therapie:

Durch gezielte Muskelübungen für Zunge und Lippen, sowie Einübung des korrekten Zungenruheplatzes und Schluckübungen soll das korrekte Schluckmuster und ein physiologische Spannung aller Muskelgruppen erreicht werden. Des weiteren werden u.U. auch Haltungs-, Atmungs, Wahrnehmungsübungen etc. mit in die Therapie integriert. Das häusliche Üben nimmt einen großen Stellenwert ein, da die Umstellung von Gewohnheiten, die oft jahrelang bestehen, nur durch tägliches Üben gewährleistet wird.

Prävention:

Myofunktionellen Störungen kann gezielt vorgebeugt werden: Babys nach Möglichkeit mindestens 6 Monate lang stillen oder einen entsprechenden Flaschensauger verwenden.

Das Saugloch nicht vergrößern

Auf feste Nahrung nicht verzichten (Brotrinde nicht abschneiden, Rohkost geben)

Nach der Stillzeit keine Ernährung mit der Flasche oder Schnabeltassen/-flaschen, sondern mit Tassen

Daumenlutschen durch Schnuller ersetzen (keine Kirschform, nur bei Bedarf geben, nach dem Einschlafen wieder entfernen und Mund schließen) und möglichst bald, spätestens bis zum Alter von 2, 5 Jahren abgewöhnen

Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten oder Down-Syndrom sollten aufgrund der anatomischen Voraussetzungen möglichst früh zur Logopädin/Sprachheilpädagogin

Zuviel süße Nahrung vermeiden (fördert Nahrungsmittelallergien und damit zu einer behinderten Nasenatmung, macht kurzfristig satt, Rohkost schmeckt dann nicht mehr)

Auf eine freie Nasenatmung achten (Allergien möglichst ausschalten bzw. Gegenmaßnahmen ergreifen beim Allergologen oder Heilpraktiker)

Überfordern Sie das Kind nicht

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Aphasien
 

Aphasien sind zentrale Sprachstörungen und können alle Komponenten des Sprachsystems betreffen: Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben. In der Regel treten Aphasien erst nach Abschluss der Sprachentwicklung auf.

Als Ursachen kommen in Frage:

Schlaganfälle, Schädel-Hirn-Traumen, Hirntumore, Hirnoperationen, cerebrale entzündliche Prozesse, degenerative Erkrankungen (z.B. Alzheimer).

Häufig tritt eine Aphasie mit neuropsychologischen Begleitsymptomen auf, die die Kommunikatioon zusätzlich beeinträchtigen können:

Hemiplegie/-parese (Halbseitenlähmung), Hemianopsie (Gesichtsfeldausfall), Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, Gedächtnis- und Antriebsstörungen, Wahrnehmungsstörungen, Rechenstörung, Störungen der Affektivität (Gefühlsleben).

Ein Mensch mit Aphasie kann folgende Probleme haben:

Störungen der Lautsprache

Störungen der Wortwahl und Wortfindung: Der Patient findet das entsprechende Wort nicht oder benutzt ein anderes, inhaltlich unpassendes Wort (z.B. Hocker für Schrank).

Störungen der Lautstruktur: Wörter werden leicht bis schwer verändert durch den Einsattz falscher Laute (z.B. Pisch für Tisch). Teilweise werden die Wörter dadurch völlig unverständlich.

Störungen von Satzbau und Grammatik: Es kommt zu Satzabbrüchen oder einer „Telegrammsprache“, zu Wortstellungsfehlern, zu morphologischen Fehlern oder zu Satzverschränkungen.

Automatisierte Sprache: In schlimmen Fällen ist der Patient nur noch in der Lage immer wiederkehrende Silben, Wörter oder Redephrasen zu äußern. Oder aber er wiederholt das Gesagte vom Kommunikationspartner (Echolalie).

Störungen des Redeflusses: Bei einigen aphasischen Menschen ist der Redefluss übersteigert, jedoch meist inhaltlich, semantisch fehlerbehaftet (Wernicke-Aphasie), bei einigen kann der Redefluss stark verlangsamt und von starker Sprachanstrengung gekennzeichnet, aber semantisch korrekt sein (Broca-Aphasie).

Sprachverständnisstörungen: Diese Patienten haben Probleme das Gesagte zu verstehen. Dies kann sich sowohl auf die Lautstruktur als auch auf den Inhalt oder den Satzbau beziehen.

Störungen der Schriftsprache, des Lesens (z.B. Wörter werden phonologisch verwechselt (Kanne-Tanne) oder es kommt zu semantischen Verwechslungen (König-Fürst); des Lesesinnverständnisses, des Schreibens (Es treten ähnliche Fehler wie beim Lesen auf.)

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Dysarthrie
 

Unter Dysarthrie versteht man eine Verarbeitungsstörung des Sprechens im Gehirn. Es äußert sich in einer undeutlichen, verwaschenen Aussprache aufgrund einer eingeschränkten Beweglichkeit von Zunge und Lippen. Sehr oft sind auch Stimme und Atmung eingeschränkt und es tritt ein vermehrter Speichelfluss auf. Häufig entsteht eine Dysarthrie infolge von Sauerstoffmangel im Gehrin,. Z.B. infolge eines Unfalls.

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Schluckstörungen
 

Organische Schluckstörungen

Meist werden organische Schluckstörungen durch Hirnfunktionsstörungen (angeboren, durch Unfälle, Schlaganfälle, etc.) ausgelöst. Mund- und Schluckmuskulatur ist in der Beweglichkeit eingeschränkt und auch die Wahrnehmung in diesen Bereichen ist betroffen. Je nach Ausprägung verschlucken sich die Menschen häufig bzw. es kommt zur mitunter lebensgefährlichen Aspiration.

Funktionelle Schluckstörungen

Dies kommt bei Menschen vor, die das kindliche Schluckmuster beibehalten haben und die Zunge beim Schlucken gegen die Zähne drückt, so dass der Schluckvorgang nicht gaumenwärts gerichtet ist (siehe Myofunktionelle Störungen). Zahnfehlstellungen und ein insgesamt gestörtes Muskelgleichgewicht im Gesichts- und Mundbereich sind die Folge.

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Stimmstörungen
 

Es gibt vier große Gruppen von Stimmstörungen: organische, funktionelle Stimmstörungen, wobei sich die funktionellen Stimmstörungen nochmals in hypo- und hyperfunktionelle Stimmstörungen unterteilen, Näseln (Rhinophonie) und Psychogene Stimmstörungen.

Organische Stimmstörungen:

Es liegen organische Veränderungen am Kehlkopf oder an den Stimmlippen vor, z.B. als Folge chronischer Kehlkopfentzündung, Unfälle, Operationen oder sekundär (Schreiknötchen).

Funktionelle Stimmstörungen:

Es liegen keine organischen Störungen vor, jedoch sind Stimmklang und Stimmleistung beeinträchtigt (Unregelmäßigkeiten des Schwingungsverhaltens der Stimmlippen). Die Stimme ermüdet schnell oder klingt heiser.

Die hyperfunktionelle Stimmstörung kommt häufiger vor und zeigt sich durch einen heiseren, rauen, gepressten Stimmklang, teilweise ohne Ton, auch die schnelle Ermüdbarkeit bei Belastung ist hier Merkmal. Es zeigen sich außerdem Verspannungen, häufig im Nacken-, Schulter- und Kieferbereich sowie insgesamt eine erhöhte Spannung im Körper. Meist sprechen diese Menschen eher laut und zeigen dabei eine Schnappatmung.

Die hypofunktionelle Stimme klingt auch heiser, jedoch kraftlos und behaucht. Die Menschen sind oft kurzatmig und sprechen leise. Insgesamt zeigt sich eine schlaffe Körperspannung.

Ausgelöst wird eine funktionelle Stimmstörung durch unterschiedliche Faktoren:

Falscher Stimmeinsatz, ungünstige Körperhaltung, ungünstige Stimmmodelle, familiär bedingte Stimmschwäche, Hörstörungen, bestimmte Umwelteinflüsse.

Näseln:

Man unterscheidet offenes und geschlossenes Näseln. Beim offenen Näseln dichtet das Gaumensegel nicht vollständig ab und folglich entweicht beim Sprechen zu viel Luft durch die Nase. Beim geschlossenen Näseln entweicht keine Luft durch diese Nase und derjenige hört sich „verschnupft“ an.

Psychogene Stimmstörungen:

Meist treten diese Stimmstörungen mit psychischen Störungen kombiniert auf. Aufgrund psychischer Beeinträchtigungen verändert sich der Stimmklang bis zur Aphonie (völlige Stimmlosigkeit), z.B. nach einem traumatischen Erlebnis.

Prävention von Stimmstörungen

Bei funktionellen oder sekundär organischen Stimmstörungen kann man präventiv tätig sein. Es sollte u.a. eine „Stimmpflege“ betrieben werden:

Ausreichend trinken

Starkes Räuspern vermeiden

Scharfe Speisen meiden

Körperliche Fehlhaltungen ausgleichen bzw. behandeln (Physiotherapie)

Allergene Stoffe, Rauch, trockene Luft und Zugluft meiden

Laute Geräusche im Umfeld vermeiden, so dass man sich beim Sprechen nicht anstrengen muss, um verstanden zu werden

Überlegung von Gegenmaßnahmen, z.B. schwerhörige Menschen im Umfeld, Sportart, bei der Schreien erforderlich ist

Für frische Luft und Bewegung sorgen

Lösung familiärer Konflikte

Bei chronischen Infekten mit Kehlkopfbeteiligung Stimme schonen

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ADS
 

ADS (AufmerksamkeitsDefizitSyndrom) mit oder ohne Hyperaktivität

ADS liegt einer neurobiologischen Störung zugrunde, die jedoch u.a. durch Erziehung und Erfahrungen beeinflussbar ist.

Das ADS hat drei charakteristische Problembereiche:

Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwäche

Impulsivität im Verhalten und beim Arbeiten

Motorisch unruhig und/oder verträumt

Die Kinder können durch Folgendes auffallen:

- Können sich nicht lange genug konzentrieren

- Können nicht gut zuhören und genau hinschauen

- Sind schnell ablenkbar

- Haben wenig Ausdauer

- Reagieren oft unüberlegt und denken nicht über die Folgen nach

- Sind sprunghaft und explosiv

- Sind sehr stimmungsabhängig, wenig diplomatisch

- Arbeiten oberflächlich, machen viele Flüchtigkeitsfehler

- Können motorisch unruhig sein, zappelig

- Suchen oft Action und Animation

- Wirken verträumt und sind in Gedanken versunken

- Können zusätzlich eine Wahrnehmungs- und Teilleistungsstörung haben

- Können Ängste und andere emotionale Probleme entwicklen

- Können auffällig im Sozialverhalten sein




 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

PRAXIS für Sprachtherapie & Pädagogik

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